Der erste Schritt zum Hofdiplom; Viel Neues vom Lande zur 24. Brandenburger Landpartie

Datum: 23. Mai 2018

Schönwalde-Glien – Hunderte Betriebe und ländliche Initiativen präsentieren sich jedes Jahr beim größten Fest im ländlichen Brandenburg. Dass die Brandenburger Landpartie nach 24 Jahren nichts von ihrer Attraktivität verloren hat, liegt auch daran, dass immer wieder neue Betriebe mitmachen. Besucher haben am zweiten Juni-Wochenende die Gelegenheit, viel Neues vom Lande kennenzulernen.

Zu den Bauernhöfen, die am 9. und 10. Juni erstmals ihre Tore für Besucher öffnen, gehört die Weidelandfarm in Rieben (Fläming). Doreen und Ralf Engelhardt möchten sich als Direktvermarkter von Rindfleisch bekannter machen und laden zu einem Anti-Stress-Wochenende in den Naturpark Nuthe-Nieplitz ein. Ihre 200 Mutterkühe leben dort mit dem Nachwuchs ganzjährig auf riesigen Weideflächen. Seit das Paar 2011 den Betrieb übernommen hat, überlegt es, wie es den Tieren nach einem entspannten Leben auch das Ende erleichtern kann. Der Maschinenbauer Ralf Engelhard tüftelte an einer mobilen Anlage, in der Tiere im Fressstand auf der Weide fixiert, betäubt und dann getötet werden. Das erspart ihnen unnötigen Stress und Schmerzen und soll sich auch positiv auf die Qualität des Fleisches auswirken.

Als einer der ersten im Lande darf Engelhardt nun auf der Weide schlachten. Das Interesse an dem Fleisch sei groß, meint er. Nicht nur aus Berlin und Potsdam, sondern auch aus der Nachbarschaft kommen viele Kunden, die bereit sind, den höheren Preis für das aufwendige Verfahren zu zahlen. Wie gut Fleisch und Wurst der Weiderinder schmecken, können die Besucher zur Landpartie erleben. Der Spaß soll an dem Wochenende nicht zu kurz kommen. So können jüngere Gäste mit Kettcars das große Hofgelände erkunden, ältere bei Parcoursfahrten mit dem Rasentrecker ihre Geschicklichkeit beweisen. Bei einer Tour mit dem Pferdekremser erleben die Besucher, wie entspannt es auf den Weiden zugeht und können die Natur rund um den Riebener See genießen.

Auch die Braunsberger Höfe bei Rheinsberg beteiligen sich erstmals an der Landpartie. Monique Haegele hat vor fünf Jahren mit ihrem Mann den Bauernhof übernommen und will dieses Jubiläum am 9. Juni gemeinsam mit vielen Besuchern feiern. Die Biologin hat im Ruppiner Seenland ein Refugium für alte, vom Aussterben bedrohte Tierrassen geschaffen. Hühner, Schweine und Schafe wachsen dort artgerecht und mit viel Auslauf auf. Sie teilt die Idylle mit den Gästen ihres Urlaubs-Bauernhofs. Kinder und Erwachsene dürfen ihr beim Füttern oder Misten helfen und können am Ende der Ferien ihr Hofdiplom erwerben. Ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Einmal Bauer sein“ zeichnet sie als echte Profis aus.

Zur Landpartie hofft Monique Haegele auf viele junge Besucher, die mit ihren Eltern oder Großeltern nach Braunsberg kommen. Die Kinder dürfen nicht nur auf den Ponys reiten, die Ziegen streicheln oder eine Runde auf dem Trecker mitfahren, sondern können auch mit Naturmaterialien wie Wolle und Seife basteln. Bei Rundgängen zeigt die studierte Biologin ihre kleinbäuerliche Landwirtschaft. Wer danach Lust auf das Landleben bekommt, kann schon mal einen Blick in die Ferienwohnungen werfen. Produzenten aus der Region hat Monique Haegele zu einem kleinen Markt eingeladen. Im Hofladen gibt es neben Wurst und Fleisch von den Tieren des Hofs auch Liköre und Aufstriche aus eigenen Früchten sowie Brot aus dem Holzbackofen. Kulinarische Köstlichkeiten kreiert Slow-Food-Koch Frank Buthmann.

Zahlreiche Neulinge sind bei der 24. Landpartie mit dabei. So lockt Henrike Garcke mit einem Reit- und Springturnier, einem Showprogramm und einer Einführung in die Western-Reitweise auf ihre Triple-D-Ranch bei Wiesenburg im Fläming. In einer alten Papierfabrik bei Neustadt (Dosse) lässt die Imkerei „Blütenmeer“ Besucher am Landpartie-Sonntag von den vielen Sorten Bio-Honig naschen, die sie im Naturpark Westhavelland herstellt. Eine kleine Bombenwerkstatt betreiben Marion und Peter Todt auf ihrem Bauernhof „Grünes Huhn“. Wie ihre handgefertigten Saatbomben aus Erde, Ton und Samen wirken, erfährt man beim Hoffest in Gorgast (Seenland Oder-Spree), auf dem auch andere Spezialitäten aus dem Oderbruch angeboten werden. Dass moderner Pflanzenschutz heute die Bedürfnisse der Umwelt mit berücksichtigt, zeigt ein Projekt der Agro-Farm in Nauen (Havelland). Altes Brauchtum und regionale Spezialitäten wie Plinse warten auf Besucher der Fachwerkscheune in Neupetershain im Spreewald. Das komplette Programm der Brandenburger Landpartie ist beim Verband pro agro kostenlos erhältlich und im Internet zu finden unter www.brandenburger-landpartie.de

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.proagro.de

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