Biodiversität und Agrobiodiversität in privaten Gärten

Projekt:

Vernetzung und Zusammenarbeit zum Erhalt der Biodiversität/Agrobiodiversität in privaten Gärten

Projektbeschreibung:

Die Stimulierung gartenbaulicher Vielfalt in ländlichen Privatgärten durch zielorientierte Informations- und Bildungsangebote, Kommunikationsveranstaltungen und Saatgutraritäten-Angebot ist Inhalt des Projektes.

Die biologische Vielfalt ist heute überall auf der Welt – auch in Deutschland und Brandenburg – bedroht. Allein die Tatsache, dass von 1000 einheimischen Apfelsorten nur etwa 20 Sorten im Intensivanbau und damit im deutschen Handel von Bedeutung sind, zeigt, wie groß die Gefahr der Verringerung genetischer Vielfalt beispielsweise beim Obst ist. Damit verarmen die historisch gewachsenen Kulturlandschaften und es geht ein für die Züchtung unverzichtbares genetisches Potenzial verloren. Übernutzung und wirtschaftlicher Egoismus gefährden zunehmend die Nachhaltigkeit menschlicher Nutzung und damit die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen. Das gilt besonders im Hinblick auf Klimaveränderungen.

Biologische Vielfalt bildet eine notwendige Grundlage. Die langfristige Erhaltung und breite Nutzung genetischer Ressourcen sind dabei ein Ziel der Agrarwirtschaft und des Gartenbaus im speziellen.

Der Anbau alter Kulturpflanzenarten und -sorten und die Anwendung traditioneller Anbauformen und Kulturmethoden können ein Beitrag der Kleingärtner zur Erhaltung dieser Vielfalt sein. Unter anderem ist es den Hobbygärtnern in Brandenburg zu verdanken, dass es das Teltower Rübchen als eines der ältesten Gemüsearten heute noch gibt und sich als Spezialität großer Beliebtheit erfreut.

Folgende Ziele mit dem Projekt angestrebt:

  • Bewusstseinsbildung einer breiten Öffentlichkeit für die Bedeutung und den Wert von Kulturpflanzenvielfalt im Hinblick auf biologische Vielfalt, Klimaschutz und regionale Identität,
  • Wiedereinbringung von Sortenraritäten in private Gärten, Verbreitung pflanzengenetischer Ressourcen und deren Erhaltung für die Zukunft -> langfristig: Etablierung eines vielfältigen Arten- und Sortenspektrums in privaten Gärten,
  • Wiederaktivierung vergessenen Wissens zu Eigenschaften, Anbau und Verwendung von Sortenraritäten,
  • Gewinnung und Schulung von Multiplikator/innen für o.g. Ziele auf regionaler und lokaler Ebene,
  • Aufbau und Stärkung regionaler und lokaler Partnerschaften zur Förderung o.g. Ziele (z.B. zu Kleingartenvereinen, gartenbaulichen Betrieben, Verarbeiter, Kita- und Schulgärten, Gartenprojekten u.s.w.).
  • Qualifizierung der Besucherzentren der Nationalen Naturlandschaften Brandenburgs, um diese als regionale Kompetenzstellen für Biodiversität von Kulturpflanzen in den Großschutzgebieten zu etablieren.

An dem Projekt sind mit den Besucherzentren der Nationalen Naturlandschaften (freie und kommunale Träger), dem Vern e.V., der Humboldt-Universität und dem Verband pro agro e.V. insgesamt 11 Partner beteiligt.

Pferdeland Brandenburg
Landurlaub Brandenburg
Brandenburger Landpartie
Bauer sucht Koch