Markthalle Neun

Die Markthalle Neun blickt auf eine über 120-jährige Geschichte zurück. Am
1. Oktober 1891 wurde sie als „Markthalle IX“ eröffnet und gehört heute ne-
ben der Moabiter Arminiusmarkthalle und der Ackerhalle in Mitte zu den drei
letzten erhaltenen von ehemals 14 historischen Markthallen Berlins.

Vor zweieinhalb Jahren haben Nikolaus Driessen, Bernd Maier und Florian Niedermeier die Markthalle Neun zu neuem Leben erweckt. Sie wollen demonstrieren, wie „Anders Essen“ und „Anders Einkau-fen“ in der Stadt möglich sind: regional- und saisonal-betont, artgerecht und nachhaltig, fair und ökologisch. Die schrittweise Wiederansiedlung des kleinteiligen Lebensmittelhandels und -handwerks auf der zuvor von Discountern dominierten Fläche bedeutet auch eine Rückkehr zu den Ursprüngen.

Ziel des Konzepts ist, dass die Nahrungsmittelkultur wieder ein lebendiger Teil der Stadt wird. Die Markthalle soll als ein Ort wahrgenommen und genutzt werden, an dem nicht nur konsumiert, sondern auch diskutiert wird. Neben der Herstellung und dem Verkauf von Lebensmitteln bietet sie Raum für Initiativen aus der Anwohnerschaft; sie ist eine Plattform für Projekte, die sich kritisch mit den Themen Ernährung, Stadt, Landwirtschaft, Biodiversität und Umwelt befassen.

Und nicht zuletzt will sie Impulse geben für das „Wie“ der Lebensmit-telversorgung der Stadt und die gesellschaftlich notwendige Debatte über ein zukunftsfähiges und global gerechtes Ernährungssystem.

Basis der Markthalle Neun ist der Wochenmarkt freitags und samstags mit Produkten vor allem aus der Region: Eine gläserne Bäckerei, eine Fisch- und Fleischräucherei, eine kleine hauseigene Brauerei und eine Kantine, bei der man den Köchen bei der Zubereitung über die Schulter schauen kann, holen die Herstellung von Lebensmitteln aus der Anonymität heraus zurück ins städtische Umfeld. In Kochkursen können Kinder und Jugendliche aus der Nachbarschaft den Umgang mit Lebensmitteln erproben.

Dass Berlin mehr zu bieten hat als Currywurst und Döner, zeigt der Street-Food-Markt jeden Donnerstagabend, wo die ganze Bandbreite an authentischen Esskulturen gezeigt wird. Für wenig Geld kann man dort Kleinigkeiten aus den verschiedensten Ecken der Welt probieren.

Inzwischen locken der Wochenmarkt und die Themenmärkte (Naschmarkt, Cheese Berlin, Destille Berlin) viele Besucher an. Vom 2. Bis 5. Oktober fand zum ersten Mal das „Stadt-Land-Food-Festival“ statt und präsentierte in und um die Markthalle gutes Essen und gute Landwirtschaft. Hier wurde einem breiten Publikum erlebbar gemacht, wo das Essen herkommt und wie es zubereitet wird. Neben dem Markt und einem Street-Food-Festival gab es neun Werkstätten, in denen Lebensmittelproduzenten ihr Handwerk vorführten. Ein umfangreiches Kinder- und Kulturprogramm mit Filmen und Theater beleuchtete das Thema Essen von allen Seiten. Der erste „Wir haben es satt!“-Kongress lud ein zu Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden rund um das Thema zukunftsfähige Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion.

Kontakt:
Markthalle Neun GmbH
Eisenbahnstraße 42/43
10997 Berlin-Kreuzberg
Tel. 030/610 734 73
www.markthalleneun.de

 

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