Wind und Wetter getrotzt – großes Interesse an Brandenburger Landwirtschaft und regionaler Produktion

Paaren im Glien In wenigen Stunden endet die diesjährige Ausgabe der Brandenburger Landpartie. Hochgerechnet 75.000 Besucherinnen und Besucher informierten sich im ganzen Land über moderne Landwirtschaft und die regionale Ernährungswirtschaft. Das Wetter sorgte bei den Gastgebern dabei teilweise für ein lachendes und ein weinendes Auge.

Landwirtschaft braucht Regen, und den gab es in den Brandenburger Regionen am Wochenende der Brandenburger Landpartie mitunter reichlich. Das freut grundsätzlich die Landwirtinnen und Landwirte, ärgert sie aber auch, wenn dadurch einige Programmpunkte ihres Landpartiewochenendes buchstäblich ins Wasser fallen. Trotz des wechselhaften Wetters machten sich in diesem Jahr erneut rund 75.000 Interessierte aus Brandenburg und Berlin auf den Weg, um den ländlichen Raum Brandenburgs zu erkunden. Damit blieben die Besucherzahlen auf Vorjahresniveau.

Interesse in Umsätze überführen

Das Interesse an der Brandenburger Landwirtschaft und an der regionalen Ernährungswirtschaft ist ungebrochen hoch. „Umso wichtiger ist es, dieses Interesse über das Jahr hinweg noch stärker und dauerhaft in der alltäglichen Versorgung durch bewusste Kaufentscheidungen in Umsätze für die regionale Land- und Ernährungswirtschaft zu überführen“, sagt der Geschäftsführer des Verbandes pro agro, Kai Rückewold, und ergänzt: „Interesse und Wohlwollen sind das eine, die Kaufentscheidung im Alltag aber ein entscheidender Punkt für den Erhalt der Brandenburger Land- und Ernährungswirtschaft.“ Er führt fort: „Die Landpartie ist jedes Jahr ein starkes Zeichen dafür, wie sehr Landwirtschaft, Ernährung und regionale Wertschöpfung zusammengehören. Sie macht sichtbar, wer hinter den Produkten steht, und sie schafft Vertrauen. Genau das brauchen wir, um regionale Kaufentscheidungen zu fördern.“

Befragte Betriebe der Brandenburger Landpartie gaben an, dass das Interesse an regionaler Produktion und regionaler Landwirtschaft trotz der schwierigen Marktsituation erfreulich groß ist. Das macht Hoffnung, dass der Zuspruch für regionale Produkte nicht nur am Landpartie-Wochenende, sondern auch im weiteren Jahresverlauf anhält und die derzeitige Kaufzurückhaltung überwunden wird. Denn genau das ist dringend nötig, um die landwirtschaftlichen Strukturen im Land zu erhalten. Aus Sicht der Gastgeber ist zudem erfreulich, dass die Besucherinnen und Besucher nicht in erster Linie zum bloßen Ausflug und zur Unterhaltung kamen, sondern sich gezielt für die aktuelle Situation und den modernen Wandel in der Landwirtschaft interessierten.

Thomas Domin, Geschäftsführer des Landwirtschaftsbetriebs Domin, Ausrichter der zentralen Eröffnungsveranstaltung der diesjährigen Landpartie, erklärte hierzu: „Trotz Wind und Wetter hatten wir eine erfreulich hohe Besucherzahl. Besonders gefreut hat uns das große Interesse am Thema Agroforst. Ich denke, dass wir unseren Besucherinnen und Besuchern mit unserer Präsentation zusätzliche Argumente für Regionalität und den Kauf regionaler Produkte mitgeben konnten. Ebenso freut es uns, dass die Landpartie möglicherweise auch neue Geschäftsbeziehungen anstoßen konnte. Ein Hotel- und Campingplatzbetreiber ist über die Landpartie auf uns aufmerksam geworden und nach dem ersten Kennenlernen nun an einer Belieferung mit frischen Produkten auf kurzen Wegen aus unserem Betrieb interessiert.“

Das Wochenende zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig Brandenburgs Landwirtschaft aufgestellt ist. Zahlreiche Höfe boten Einblicke in ihre Arbeit, präsentierten regionale Produkte, ermöglichten Gespräche mit den Betrieben und machten Landwirtschaft für die Besucherinnen und Besucher unmittelbar erlebbar. Neben Hofverkauf, Führungen, Tierschauen und Gläserner Produktion standen auch Informationen zu Ausbildung, Natur- und Klimaschutz sowie innovative Landnutzungskonzepte im Mittelpunkt.

Zwei Termine zum Vormerken:

2027 findet die Brandenburger Landpartie am Wochenende des 12. und 13. Juni statt.

Am 12. September 2026 feiert das Land im Planebrucher Ortsteil Damelang (PM) das diesjährige Brandenburger Dorf- und Erntefest.

Die Brandenburger Landpartie wird durch den Verband pro agro e.V. in Zusammenarbeit mit dem Landesbauernverband Brandenburg sowie dem Brandenburger Landfrauenverband organisiert. Ermöglicht wird die Initiative durch das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg.

Der Agrarmarketing-Verband pro agro e.V. engagiert sich seit fast 35 Jahren für die Vernetzung und Vermarktung von Brandenburger Produkten und Dienstleistungen aus den Bereichen Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie Land- und Naturtourismus. Ein Team von aktuell 16 Mitarbeitern betreut zudem eine Vielzahl von Zukunftsprojekten zur Stärkung der Branche und des ländlichen Raums in Brandenburg/Berlin.