Vermarktung regionaler Produkte bei EDEKA

Zur Vermarktung regionaler Produkte aus Brandenburg kooperiert der Verband pro agro mit den unterschiedlichsten Absatzpartnern in der Hauptstadtregion – darunter seit 15 Jahren mit Marcus Reh, dem Regionaleinkäufer bei der EDEKA Minden-Hannover. Ziel ist es, die Zusammenarbeit des Handelsunternehmens mit regionalen Lieferanten zu fördern, ihre Marktanteile in den Regalen der Supermärkte zu erhöhen und ihre Produkte für die Kunden sichtbar zu machen. Im Rahmen einer gemeinsamen Informationstour von EDEKA und pro agro für regionale Produzenten legten die Veranstalter in der Gläsernen Molkerei Münchehofe sowie beim Spargel- und Erlebnishof Klaistow einen Informations-Stopp ein.

Zu Beginn der Informationsveranstaltung präsentierte Marcus Reh (Regionaleinkauf Ost) einige Kennzahlen: Mit 12,4 Milliarden Euro Umsatz und über 76.000 Mitarbeitern (einschl. selbstständiger Einzelhandel) ist die EDEKA Minden-Hannover die umsatzstärkste Regionalgesellschaft im EDEKA-Verbund.

Marcus Reh (im Hintergrund stehend) informiert auf dem Spargel- und Erlebnishof in Klaistow über die EDEKA-Regionalstrategie.

Mehr als drei Viertel der rund 1.500 Märkte sind in der Hand von Einzelhändlern. Die Zahlen für Berlin/Brandenburg sehen folgendermaßen aus:

  • Berlin: 218 Märkte (darunter 119 Selbstständige Einzelhändler), 11.216 Mitarbeiter);
  • Brandenburg: 154 Märkte, (darunter 81 Selbstständige Einzelhändler), 6.672 Mitarbeiter.

Regionaltafeln mit Kurzporträts der im Supermarkt geführten regionalen Produzenten.

„Die Position eines Regionaleinkäufers gibt es im Rahmen des EDEKA-Verbunds nur in unserer Region, also bei der EDEKA Minden-Hannover“, betonte Reh und fügte hinzu: „In vielen Fällen bin ich für potenzielle Lieferanten der Erstkontakt.“ Damit wird deutlich: Regionale Produkte sind im Selbstverständnis des Handelsunternehmens nicht schmückendes Beiwerk,

sondern wichtiger Teil der Sortimentsstrategie. Das spiegelt sich wider in der Beschreibung seiner Funktion: Suchen und Finden von kleineren regionalen Produzenten sowie deren Weiterentwicklung, um ihnen die Systematik und das Handeln mit den EDEKA-Märkten näherzubringen. Als Besonderheit seiner Position stellte er heraus, dass er die Lieferanten „über die normalen Einkaufsformalitäten sowie die Listungs- und Preisverhandlungen hinaus“ berät. Das heißt konkret, dass er in der Beratung der regionalen Produzenten den Fokus auf das Produktmarketing legt, also Hinweise gibt, wie man die Produkte anbieten und verkaufen könnte.

Gespannte Aufmerksamkeit auch beim zweiten EDEKA-Informationsstop in der Gläsernen Molkerei Münchehofe.

Mit Blick auf das Verbraucherhalten machte Reh deutlich, dass der Preis nach wie vor im Vordergrund steht, aber: Obwohl die Kunden auf Sparmodus geschaltet haben, greifen sie hin und wieder zu „Wohlfühlware“, gönnen sich also etwas. Anders ausgedrückt: Sie verzichten nicht, sondern priorisieren stärker. Und das können sich regional produzierende Unternehmen beim Storytelling zunutze machen. Denn nach Untersuchungen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) kaufen 46 Prozent der Verbraucher in Deutschland gezielt regionale Lebensmittel. Regionalität ist damit kaufentscheidender als Bio-Qualität und Nachhaltigkeit (je 35 Prozent).

Kein Wunder, dass EDEKA in diesem Jahr „durchgestartet“ ist und das Thema Regionalität in der Kommunikation und in der Sichtbarkeit vor Ort bundesweit vereinheitlicht hat. Bisher wurde das von Region zu Region unterschiedlich gehandhabt. Die neue Marke „Von Herzen Regional“ soll durch ihren nationalen Auftritt für mehr Aufmerksamkeit und Schlagkraft im Markt sorgen. Darüber hinaus dient sie als Zeichen für vertrauensvolle Zusammenarbeit mit regionalen Lebensmittelproduzenten.

Marcus Reh sieht darin vor allem eine Chance für kleinere, regionale Marken, da sie in der Vielfalt des Angebots künftig durch die Kennzeichnung mit dem gelben Herz in den Regalen und bei Zweitplatzierungen (z. B. Gondelköpfen) stärker in den Blick der Kunden rücken. Ferner bietet die Zentrale den Supermärkten vor Ort so genannte Regiotafeln an, die vor den Eingängen prominent platziert werden können. Unter der Überschrift „Jetzt unser großes regionales Sortiment entdecken“ können sich die Kunden ein Bild von den lokalen/regionalen Prozenten machen, deren Produkte in den Regalen des Marktes zu finden sind. Fazit von Marcus Reh: „Für regionale Partner sind unsere Türen immer offen.“ (Spezielle Informationen für regionale Lieferanten, die an einer Zusammenarbeit mit EDEKA interessiert sind, finden Sie hier).


EDEKA Handelsgesellschaft Minden-Hannover mbH
Marcus Reh, Regionaleinkauf Ost
Dahmestraße 5
15749 Mittenwalde
033764 2515-4440
marcus.reh@minden.edeka.de
www.edeka.minden.de