Das ist eine dieser Geschichten, die von einer Unternehmensgründung aus Eigenbedarf erzählt: Es war das Jahr 1997, als das Berliner Ehepaar Sabine und Christoph Scholz nach einem Bio-Bauern aus der Umgebung suchte, der die Familie regelmäßig mit Obst und Gemüse direkt versorgt. Ökologische Betriebe gab’s zwar, aber einen Direktvertrieb frisch vom Acker bis zur Haustür suchten sie vergeblich. Also nahmen sie die Sache selbst in die Hand und gründeten das Unternehmen mit dem bodenständigen Namen „Märkische Kiste“. Das war eine gute und vor allem nachhaltige Idee. Sohn Jonas Scholz, im Familienbetrieb u.a. für das Controlling zuständig, sowie Marketingleiterin Emily Péterfia schildern, wo das Unternehmen heute steht.
„Nur 100 Kisten pro Woche haben meine Eltern am Anfang mit den Erzeugnissen des Jahnsfelder Landhofs und anderer Brandenburger Biobauern gepackt, kommissioniert und mit Kleinwagen und Hänger an ihre Berliner Kunden ausgeliefert“, erzählt Jonas Scholz von den Anfängen. Heute kümmern sich knapp 60 Beschäftigte um Aufgaben wie Einkauf, Vertrieb, Marketing oder Kundenservice. Das ist mit weniger Personal nicht mehr machbar, da die anspruchsvolle Kundschaft sich seit damals vervielfacht hat.
In Zahlen: Gegenwärtig gehen Lieferungen an ca. 2.500 Privathaushalte und insgesamt rund 500 institutionelle Kunden wie Kitas, Schulen und Unternehmen aller Art, wo die vitaminreiche „Märkische Kiste“ direkt ins Büro geliefert wird. „Wir entwickeln mit der Firma eine gemeinsame Idee von gesunder Ernährung und pflegen Partnerschaften, von denen alle profitieren: Betriebe, Mitarbeitende und wir als Lieferant“, so Jonas Scholz.

Die Auslieferung der Boxen ist mit Kleinwagen und Hänger längst nicht mehr zu stemmen. Heute sorgt ein Fuhrpark von rund 15 Lieferwagen für die Belieferung der Kunden in Berlin und Umgebung (auch „Speckgürtel“ genannt). „Wir setzen dabei auf umweltschonende Zustellungen“, betont Marketingleiterin Emily Péterfia. „Durch Bündelung unserer Touren zu festen Terminen und die wachsende E-Auto-Flotte sorgen wir für kurze Transportwege und verringern kontinuierlich unseren CO2-Fußabdruck.“
Das ursprüngliche Vertriebskonzept der „Märkischen Kiste“, nämlich der Abo-Versand von saisonalem Obst und Gemüse aus der Region, ist über die Jahre professionalisiert, sprich: den wachsenden Kundenbedürfnissen angepasst worden. Das heißt im Ergebnis: Heute ist die Sortimentsvielfalt größer und die Flexibilität im Vertrieb höher. Im Einzelnen:
Sortiment: Das Angebot besteht derzeit aus 2.200 bis 2.500 Produkten und repräsentiert alle für den Privathaushalt relevanten Warengruppen: Lebensmittel (Frische, Trockenprodukte), Drogerieartikel, Convenienceprodukte und vieles mehr. „Wir sind praktisch ein Online-Biomarkt mit Vollsortiment, man kann bei uns den ganzen Wocheneinkauf erledigen“, betont Emily Péterfia.

Vertrieb: Neben dem üblichen „Abo“, also der standardisierten Lieferung von bestimmten Produkten in einer bestimmten Frequenz (max. wöchentlich) gibt es inzwischen die Möglichkeit der individuellen Bestellung und wechselnden Produktauswahl (ebenfalls max. wöchentlich zu einem festen Termin). Die Notwendigkeit fixer Terminabsprachen ist laut Jonas Scholz nötig, „um etwas Vorlauf beim Wareneinkauf zu haben. Wir bestellen bei unseren Lieferanten immer produktgenau, da wir keine umfangreiche Lagerhaltung betreiben.“
Den Kundenwünschen und damit der Sortimentsvielfalt entsprechend sind nicht alle Produkte regionalen Ursprungs (außer in der so genannten Regional-Box). Wobei „regional“ nach internem Firmenverständnis einen Umkreis von rund 200 km meint. Nach dieser Definition fällt ca. die Hälfte des Angebots unter diese Kategorie. Produkte, die jenseits dieses regionalen Umkreises erzeugt und verarbeitet werden, bezieht das Unternehmen selbst über den Großhandel (darunter auch Südfrüchte und anderer so genannte „Exoten“).
In Brandenburg jedenfalls arbeitet das Unternehmen über das gesamte Jahr verteilt mit 30 bis 40 Lieferanten zusammen. „Wir versuchen, möglichst viele Produkte direkt von Brandenburger Betrieben zu beziehen, um die regionale Wertschöpfungskette hier zu unterstützen“, so Jonas Scholz. Konkret ist der Einkauf auf der Suche nach regionalen Produkten quer durch alle Warengruppen und hier insbesondere nach Innovationen, die sich speziell über die Koch-Boxen mit den Rezepten zum Selbermachen vermarkten lassen. An der Abnahme kleinerer Mengen ist man durchaus interessiert.

Generell bietet das Unternehmen an, „von unserer Seite aus Aktionen zu starten, um die Resonanz der Verbraucher zu testen. Dazu brauchen wir entsprechenden Input potenzieller Partner, um über Inhalte und mögliche unterstützende Aktivitäten zu sprechen. Wir kommen gern selbst vorbei – nach dem Motto: Lasst uns gemeinsam die Story nach draußen tragen, die hinter dem Produkt steht“, so Marketingchefin Emily Péterfia.

Märkische Kiste GmbH
Motzener Straße 30
12277 Berlin
030/23322270
kontakt@maerkischekiste.de
www.maerkischekiste.de
