Das seit seinen Anfängen mit der Region Berlin/Brandenburg fest verwurzelte Familienunternehmen wurde 1934, also vor über 90 Jahren, in Potsdam als Obst- und Gemüsemanufaktur gegründet. Anfang der 50er Jahre folgte mit dem Umzug nach Berlin-Spandau die Herstellung von Aspikspezialitäten, zu einer Zeit also, als „Convenience“ in der Branche noch ein Fremdwort war. Die Erfindung der Sülze im Glas führte das Unternehmen 1957 zu einem weiteren Meilenstein. Die Aspikspezialitäten schafften den Sprung von der Metzgertheke in die Supermarktregale. Da die Produktionskapazitäten mit der Nachfrage nicht mehr Schritt halten konnten, ließ man sich 1994 schließlich in Neuruppin am See nieder, um mit Hilfe modernster Fertigungsanlagen wenn schon nicht die Welt, so doch wenigstens die Verbraucher Deutschlands und ein wenig darüber hinaus zu erobern. Über den Stand heute berichtet Prokuristin Celina Christiani (Foto), die für die fünfte Generation der Unternehmer-Familie steht.
Heute hat der Mittelständler (rund 190 Mitarbeiter inklusive Auszubildende) ca. 280 „Rezepturen“ in seinem Sortiment, wie Celina Christiani sagt, die sich in vier Warengruppen kategorisieren lassen: Fleischfertiggerichte (hier sieht sich Dreistern sogar als deutscher Marktführer), Fleischspezialitäten, Fertiggerichte sowie Wurst und Aspik. Das Sortiment ist im Laufe der Zeit historisch gewachsen, daher gibt es neben dem Kernsortiment auch saisonale oder traditionelle Spezialitäten wie etwa die Hausmacher Sülze oder das Spargelragout. „Nicht jeden Tag wird jedes Produkt hergestellt“, schränkt sie ein. „Auch wenn die große Auswahl an Rezepturen produktionsseitig zu Herausforderungen führen kann, ist es uns wichtig, die Wünsche unserer Kunden erfüllen zu können“, sagt sie. Das nennt sich Kundenbindung.

Vermarktet wird das Dreistern-Sortiment vor allem über den Lebensmitteleinzelhandel (LEH). und zwar über den klassischen Vollsortimenter wie über die namhaften Discounter – sowohl unter der Marke Dreistern als auch unter der jeweiligen Handelsmarke. „In Deutschland sind wir praktisch flächendeckend vertreten, das heißt bei den großen Supermarktketten im gesamten Verbreitungsgebiet. Außerdem sind wir in einigen europäischen Ländern präsent, so in Spanien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden“, erzählt Celina Christiani. Über Wachstum freut sich das Unternehmen, dennoch ist es keine leichte Übung, den Spagat zwischen „Tradition bewahren“ und „zukunftsfähig bleiben“ zu schaffen.
Für das Unternehmen geht es also darum, die traditionellen Rezepturen zu pflegen und gleichzeitig offen für Veränderungen zu sein. „Es gibt viele Effekte, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen: steigende Rohstoffpreise, Veränderung der Verzehrgewohnheiten in der Zukunft oder demografischer Wandel – das sind alles Themen, die uns nachhaltig beschäftigen und die wir in der Produktentwicklung und -vermarktung berücksichtigen müssen“, bringt es Celina Christiani auf den Punkt. Anders ausgedrückt: „Dreistern soll auch in den nächsten 90 Jahren einen Platz im Vorratsschrank haben und ein proaktiver Teil des Handelsgeschehens bleiben.“

