6. Mitteldeutsche Warenbörse

Über 130 Unternehmen der Ernährungswirtschaft aus Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg (pro agro-Delegation siehe Bild oben) präsentierten sich und ihre Produkte am 17. Juni 2026 im sächsischen Schkeuditz den rund 240 Fachbesuchern aus Lebensmitteleinzel- und -großhandel, Gemeinschaftsverpflegung, Sozial- und Gesundheitswesen sowie Hotellerie und Gastronomie. Auf dem alle zwei Jahre stattfindenden Branchentreffen hatten die Teilnehmer Gelegenheit, sich über aktuelle Sortimente und Produktneuheiten zu informieren, neue Kontakte zu knüpfen oder bestehende Kooperationen zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und die Öffentlichkeit über den Status quo der Branche zu informieren.

Mit der eintägigen Warenbörse boten die organisierenden Ministerien und Marketinggesellschaften den Unternehmen der Ernährungswirtschaft eine kompakte Plattform, die auch ein Spiegelbild der Branchenstruktur, vom Kleinstunternehmen bis zum größeren Mittelstand, darstellt. Diese Unternehmen spüren besonders die anhaltende Preissensibilität der Verbraucher bei gleichzeitig steigenden Produktionskosten. Gerade in dieser Gemengelage hat das Branchentreffen offengelegt, wie wichtig, ja unentbehrlich die Betriebe der Ernährungswirtschaft als Wirtschaftsfaktor für die Regionen sind – nicht nur als Arbeitgeber und Steuerzahler, sondern auch zum Aufbau und Erhalt geschlossener regionaler Wertschöpfungsketten.

Versammelte Länder-Power beim Pressegespräch zur Eröffnung.

Für seinen Bericht über die Befindlichkeit und die Performance der Ernährungswirtschaft in Brandenburg hatte pro agro-Geschäftsführer Kai Rückewold im Rahmen eines Pressegespräches zur Eröffnung der Warenbörse das Thema Investitionsneigung unter den gegenwärtigen Bedingungen herangezogen.

Demnach will die Branche 2026 und in den folgenden zwei Jahren weiter in ihre Betriebe investieren, wie das pro agro-Branchenbarometer vom Jahreswechsel 2025/2026 ermittelt hatte. „Damit diese Investitionen in die Zukunft auch umgesetzt werden (können), braucht es allerdings Planungssicherheit und politische Rückendeckung“, so seine Forderung.

Mit den gegenwärtigen Rahmenbedingungen hat auch der Handel zu kämpfen: Die internationale Krisenlage bei gleichzeitig schwacher Binnenkonjunktur macht es ihm schwer bzw. unmöglich, die notwendigen Erträge zu erzielen. 

Fachbesuch bei Loreen Herrmann.

„Trotz dieser schwierigen Situation haben wir bei der Warenbörse z. B. ein hohes Interesse des Handels an proteinreichen Produkten beobachtet“, erzählt Rückewold. Mit anderen Worten: Innovative Ernährungstrends scheinen gut für akzeptable Margen zu sein. Klar erkennbar war in Schkeuditz auch, dass der Handel gerade in unsicheren Zeiten die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Herstellern sehr schätzt, insbesondere dann, wenn sie ihre Geschäfte mehr oder weniger „geräuschlos“ abwickeln oder wenn ihre Produkte gute Beurteilungen durch die Stiftung Warentest bekommen.

Generell sieht Rückewold ein Format wie die Warenbörse als Gelegenheit, Handel und Hersteller auch außerhalb der Jahresgespräche zusammen zu bringen. Das muss seiner Meinung nach nicht immer in einem so großen Rahmen geschehen wie dieses Jahr in Sachsen oder wie der jährliche Norddeutsche Ernährungsgipfel in Rostock-Warnemünde, ein Gemeinschaftsprojekt von pro agro und der Marketinggesellschaft der Agrar- und Ernährungswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern (nächster Termin: 24. September 2026).

Reichlich Trubel an den Ständen.

Kleinere Formate erfüllen in Brandenburg ebenso ihren Zweck – z. B. die jährlichen individuellen Warenbörsen von Edeka und Rewe oder separate Informationsveranstaltungen von pro agro mit diesen und weiteren Handelsunternehmen.

Überregionale Formate haben allerdings den Zusatz-Vorteil, dass die jeweils involvierten Veranstalter durch den informellen Meinungs- und Erfahrungsaustausch immer einen Erkenntnisgewinn und neue Ideen für die Branchenunternehmen im eigenen Bundesland mit nach Hause bringen.

Fazit: Die diesjährige Mitteldeutsche Warenbörse hat ihren Zweck voll erfüllt.