Gutshof Kraatz

In der Gemeinde Nordwestuckermark, unweit von Prenzlau, ist vor einigen Jahren eine Kelterei entstanden, wo alte Obstsorten zu Premiumsäften und –weinen verarbeitet werden – ein erfolgreicher Start-up, den ein Ehepaar praktisch aus dem Nichts in einem denkmalgeschützten Ensemble geschaffen hat.

Als Florian Profitlich und seine Frau Edda Müller vor Jahren in Berlin losfuhren, um im nördlichen Brandenburg nach einem Wochenenddomizil Ausschau zu halten, konnten sie nicht ahnen, dass dies der Aufbruch in ein völlig neues Leben war. Fündig wurden der selbstständige Architekturfotograf und die Cutterin der Deutschen Welle damals in der Gemeinde Nordwestuckermark, genauer: im Ortsteil Kraatz. Dort lachten sie sich einen alten Speicher des still gelegten Gutshofes an.

Bald schon reifte bei dem Ehepaar die Idee, die brach liegenden Streuobstwiesen auf dem Areal und in der Umgebung zu revitalisieren und nutzbar zu machen. Die alten und zum Teil in Vergessenheit geratenen Apfel- und Birnensorten waren über viele Jahre nicht mehr geerntet worden. Also
entschieden sie sich kurzerhand, den Beruf an den Nagel zu hängen, die Wohnung in Berlin aufzugeben und das achtlos am Boden liegende Obst zu Säften und Weinen zu verarbeiten.

Heute, um ein paar Jahre an Erfahrungen sowie eine Mosterei- und Keltereianlage in der denkmalgeschützten Scheune reicher, produzieren die Eheleute nicht nur Säfte und Weine, sondern betreiben auch den Hofladen mit „Weinstube“ sowie zwei Ferienappartements in der ehemaligen Remise und im früheren Bauernhaus. Ihre eigentliche Domäne ist jedoch der Mosterei- und Keltereibetrieb. „Dafür nutzen wir alte säure- und gerbstoffreiche Apfelsorten in Streuobstbeständen, die wir für die Herstellung von Apfelwein neu entdeckt haben,“ erzählt Florian Profitlich. Andere alte Sorten pflanzen sie seit einigen Jahren nach, um die regionaltypische Vielfalt zu erhalten. „Hierbei kooperieren wir mit dem Naturpark Uckermärkische Seen, dessen Partner wir sind“, fügt er hinzu.

Aus den Äpfeln wird ganz traditionell mit einer Packpresse ein süßer Most gekeltert, der anschließend meist zu einem trockenen Wein vergärt wird. Dieser Gärprozess benötigt bis zur Flaschenfüllung im Frühjahr in der Regel vier bis fünf Monate. Am Ende erreicht der Wein einen Alkoholgehalt von 5,5 % bis 8 % Vol. Die meisten Weine werden im eigenen Betrieb kaltsteril in Flaschen abgefüllt. Einige reisen in Transporttanks zu einem anderen Abfüller, wo sie mit Kohlensäure versetzt und auf diese Weise zu Apfel-, Birnen- oder seit 2015 auch Quittensecco veredelt werden (siehe Newsletter 01-02/2016).

Die Premium-Produkte von Gutshof Kraatz werden heute über Spezialitätengeschäfte und den Lebensmittelhandel vermarktet. Konkret: Sie sind in den Q-Regio-Läden ebenso zu finden wie unter der regionalen Dachmarke „VON HIER“ bei Kaiser’s. Aber auch über die Landesgrenzen hinaus hat man sich einen Namen gemacht: Während der diesjährigen Internationalen Apfelwein-Messe in
Frankfurt/Main werden zwei Kraatzer Weine mit der begehrten Trophäe „Pomme d’Or“ ausgezeichnet – nicht zum ersten und vermutlich auch nicht zum letzten Mal.

Kontakt:

Gutshof Kraatz
Schloßstraße 7
17291 Nordwestuckermark
Tel. 039859/63976
f.profitlich@baunetz.de
www.gutshof-kraatz.de

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