Emmas Enkel

Im Jahre 2011 haben sich die beiden Freunde Benjamin Brüser und Sebastian Diehl einen Jugendtraum erfüllt: Sie gründeten in Düsseldorf ein Lebensmittelgeschäft unter dem Label „Emmas Enkel“. Das Konzept war neu und ebenso einfach wie erfolgreich. Sie schufen die Symbiose zwischen stationärem Nahversorger, Online-Shop und Supermarktangebot. Die Geschäfte liefen so prächtig, dass sie gut zwei Jahre später die gleiche Idee in Essen umsetzten.

Und so funktioniert das Modell: Im eigenen Düsseldorfer „Flagshipstore“ wie auch in Essen können die Kunden aus einem begrenzten Sortiment vor Ort einkaufen und die Ware gleich mitnehmen. Oder in der „Guten Stube“ des Ladens – ein integriertes Café – bei einer Tasse Kaffee und per vorhandenem Tablet eine Einkaufsliste anlegen, die Ware später abholen oder sich liefern lassen. Der komplette Warenkorb ist dabei nicht auf das physisch vorhandene Sortiment beschränkt. Nach dem selben Prinzip kann der Kunde seine Einkäufe auch von zu Hause aus per Telefon oder Computer ordern.

„Wir waren von unserem Konzept von Anfang an überzeugt. Aber dass es so gut lief, hat uns doch überrascht“, schwärmt Benjamin Brüser. So ließ die nächste Idee nicht lange auf sich warten, nämlich ein Partnerschafts-Modell zu entwickeln, wo „Emmas Enkel“ mit Nahversorgern in anderen Städten kooperieren.

Das führte zur Zusammenarbeit mit dem „nah & frisch“-Inhaber Eberhard Berger (Spitzname Rudi) im Berliner Hohenzollerndamm. „Onkel Rudi“, wie er sein Nahversorgungs-Geschäft (250 m2, 6.000 Artikel) gern nennt, ist seit November als Pilotprojekt gewissermaßen am Netz; gut 3.000 Artikel seines Sortiments stehen für die Online-Variante zur Verfügung – einschließlich Tiefkühlkost, Kühl- und Frischware.

Berger verfügt damit über zwei Alleinstellungsmerkmale: Als Nahversorger ist er nicht nur Platzhirsch an diesem Standort, sondern er beliefert jetzt auch zusätzlich und exklusiv ganz Berlin. Das ist mit einem eigenen Fuhrpark nicht zu leisten, sondern nur mit professionellen Logistikern – aber immerhin: Wer bis 12 Uhr bestellt, erhält innerhalb eines bestimmten Zeitfensters bis abends seine Ware (plus 4 € Versandkosten).

„Das Multichannel-Konzept ist natürlich Neuland für alle Beteiligten – für uns wie für die Kunden. Aber es läuft gut an, und ich bin überzeugt davon, dass sich über diesen Weg mehr Kunden und Umsatz generieren lassen“, urteilt Berger. Das ist auch der Grund, warum er Hersteller aus der Hauptstadtregion ermuntert, sich bei ihm zu melden und ihre Produkte anzubieten. „Regionale Erzeugnisse stehen bei uns hoch im Kurs“, bekräftigt er, „so dass ich mich über jeden neuen Kontakt freue.“

Laut Brüser soll dieses Modell kein Einzelfall bleiben. Sein Partner Diehl und er strecken bereits ihre Fühler in andere Regionen aus. Und damit nicht genug. Das kreative Duo hat schon eine neue Idee in der Pipeline: Derzeit lautet ihre Denksportaufgabe, Pick-Up-Stationen in Bahnhöfen, bei Firmen und in Wohngebieten einzurichten.

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