In dem Moment, als Marie Läser das erste Mal eine Torte in der Konditorei ihrer Eltern zum Geburtstag einer Freundin hergestellt hatte, stand für sie fest: „Irgendwann eröffne ich mein eigenes Café.“ Vom Traum in der Backstube der Familienbäckerei & -konditorei Fuchs in Altdöbern bis zu seiner Verwirklichung dauerte es allerdings noch. Mit Abitur, Studium der Betriebswirtschaft sowie Lehre und Konditormeistertitel eignete sie sich erst mal das theoretische und praktische Rüstzeug für ihr Vorhaben an. Im Jahre 2020 war es dann so weit: Das Café wurde in einer zuvor erworbenen und aufwändig umgebauten Immobilie im Herzen von Altdöbern eröffnet. Den Umbau hat die EU über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) finanziell unterstützt.
„Ich wollte schon immer ein Konditor-Geschäft haben, aber mehr mit der Ausrichtung Café“, bekennt Marie Läser. Das heißt allerdings nicht, dass das übliche Sortiment mit eigenen Brot- und Backwaren einschließlich süßer Teilchen fehlt. Ganz zu schweigen von den Torten aller Art. Den Unterschied zu anderen Kollegenbetrieben macht u.a. die Eis-Theke und eben das Café. Denn wie der Firmenname „Schauwerk“ schon sagt, können Kunden und Schaufenster-Bummler einen Blick von der Straße in die Backstube und die Eismanufaktur werfen.

Auch das Sortiment selbst unterscheidet sich deutlich von anderen Betrieben. Da gibt es zum einen die vielfältigen Sorten von Fruchtaufstrichen aus eigener Produktion, die direkt oder über Wiederverkäufer vermarktet werden. Noch stärker hebt sich der Betrieb mit seinen handgefertigten Keksen vom Wettbewerb ab. „Viele Bäckereien nehmen Abstand von der Selbstproduktion, da Kekse sehr filigran, leicht zerbrechlich und daher recht aufwändig in der Herstellung sind“, erklärt Marie Läser.
Im Café Schauwerk hat man sich, gegen den allgemeinen Trend im Bäckerhandwerk, sogar auf die Keks-Herstellung spezialisiert. Machte die Warengruppe anfangs nur drei Sorten aus, sind es heute bereits sechzehn. Der Keks-Absatz kann sich indessen nicht allein im eigenen Geschäft sehen lassen, auch die Einzelhandelskunden haben Freude an den Umsätzen. Dazu zählen unter anderem Fachgeschäfte, die in der Regel industriell gefertigte Ware führen und vor allem Hofläden.

Viel Zuspruch bei den Verbrauchern finden auch Events wie die Backkurse. Am häufigsten wird der Brotbackkurs nachgefragt, da es im Trend liegt, eigene Sauerteigbrote zu backen. Auch die Fertigung von Stollen und Torten wird gern angenommen. „Wir wollen mit unseren Backkursen die Kunden an unserem Handwerk teilhaben lassen.
Sie sollen unmittelbar vor Ort selbst erfahren, selbst machen und schätzen lernen, was Handarbeit bedeutet. Alles in allem sind die Backkurse ein Instrument zur stärkeren Kundenbindung“, so die Inhaberin.
Der Kundenbindung dienen auch die Angebote an Sonn- und Feiertagen. So gibt es an jedem ersten Sonntag im Monat einen Frühstücks-Brunch und an jedem zweiten ein Frühstücks-Buffet. An Werktagen wiederum können sich die Kunden um die Mittagszeit mit einer kleinen warmen Mahlzeit stärken – eine Tages-Suppe oder warme Bockwurst.

An Geschäftsideen herrscht also wahrlich kein Mangel. Und als hätte sie nicht schon genug zu tun, hat sie jüngst eine Partnerschaft mit mehreren Agrargenossenschaften mit dem Ziel der Nudelproduktion eingefädelt. „Das ist ja sehr artverwandt mit dem Rohstoff-Einsatz in der Backstube: ein Getreide-Ei-Produkt“, sagt Marie Läser. Die Kooperation soll allerdings nicht allein der Herstellung der Schauwerk-Nudel dienen. Sie sieht die Partnerschaft darüber hinaus in der Lohnarbeit für die Rohstofflieferanten, die ihrerseits Nudelprodukte als Eigenmarke vermarkten wollen. „Wir haben noch freie Kapazitäten, so dass wir weitere Partner suchen, in deren Auftrag wir ihre Erzeugnisse zur eigenen Hofnudel veredeln.“ Die Vorhaben der Schauwerk-Inhaberin reichen aber noch weiter. „Derzeit verkaufen wir die meisten unserer Produkte vor Ort in unserem Geschäft in Altdöbern. Ich habe jedoch das Ziel, dass wir rund 80 Prozent unserer Kekse, Brotaufstriche und Nudeln über Wiederverkäufer vermarkten“, wirft sie einen Blick in die Zukunft. Ferner strebt sie an, die Zusammenarbeit mit weiteren Unternehmen zu suchen und zu vertiefen, um gegenseitige Synergien zu nutzen und gemeinsam Innovationen zu entwickeln. Dass das keine leeren Worte sind, zeigt die Partnerschaft mit Gut Ogrosen bei der Entwicklung und Umsetzung des Feingebäcks „Dinkelmürbchen“ – frei nach der Devise von Marie Läser: „Man muss ja nicht immer allein das Rad neu erfinden.“

Café Schauwerk
Markt 2
03229 Altdöbern
0151/29686362
info@cafe-schauwerk.de
www.cafe-schauwerk.de
